Debattier WM Antalya Tag 2 - alle haben Coaches außer uns?

Alle haben Coaches außer uns? Naja, fast. Aber hier sind eine Menge Leute, deren Unis nicht nur die Teilnahme bezahlen sondern auch die Ausbildung. Außerdem ein kleiner Einblick in die Finanzen hinter der Orga. Tag 2 der Debattier WM in Antalya.

In der Debattierszene ist er eine Legende, Afred „Tuna“ Snyder. Professor of Forensics an der Uni Vermont. Wir sitzen in einem der Konferenzräume Er macht die erste Trainingsrunde, wie Redner ihre Reden aufbauen sollen. Seine Tipps: „Denkt nicht, dass Juroren smart sind, denkt, dass sie schlafen, also weckt sie auf.“ Das heißt, alles immer brav ankündigen und darauf hinweisen. „Schlagt ihnen mit einem nassen Fisch ins Gesicht.“ Weniger drastig gesprochen, Erweiterungen kennzeichnen, Widerlegungen ankündigen etc.


Wunderbar erklärt der rundliche Rauschbart die Essenz des debattierens, es geht um Prinzipien und jede Seite muss erklären, warum ihr Prinzip besser ist. „Bla, bla, bla, kills people – so what.“ Es gäbe andere Sachen, die Leute umbringen. Dass Leute sterben (ihre Jobs verlieren) ist noch lange kein Grund, eine Sache (nicht) zuzulassen. Wir hören ihm gebannt zu.


Zwischendurch schauen wir uns die Location noch mal bei Sonnenlicht an, frühstücken bei Meeresrauschen und werden langsam gespannt. Während Moritz noch mal eine Runde sich ausruht geht unsereins beim WUDC Council (Weltverband der Uni-Debattierer) vorbei, mal schnuppern. Dort liegen unter anderem die Berbungen für die WM 2012 auf dem Tisch. Toronto wirbt damit, dass schon jetzt 25000 Dollar an Sponsoren-Gelder sicher und weitere 120.000-150.000 kommen, wenn sie den Zuschlag kriegen. Manila wirbt damit, dass die Uni ihren ganzen 100. Geburtstag rund um das Event arrangieren würde.


Ja, Debattieren anderswo hat schon eine andere Bedeutung. Nicht nur in den angelsächsischen Ländern auch in Asien. Nicht nur Vermont, auch andere Unis haben Debattiercoaches, Thailand zum Beispiel hat erst seit rund 5 Jahren eine Debattierszene, aber vor zwei Jahren schon die WM ausgerichtet, mittlerweile beschäftigt z.B. die Assumption Uni einen Debattiercoach, der trainiert auch Firmen im Land, die Debattierdenken in ihr Unternehmen bringen wollen  - „Sie wollen Leute, die über Auswirkungen nachdenken und Sachen darstellen und abwägen können,“ erklärt er. Mittlerweile gehen Coaches in Grundschulen und lehren Kids den Wortsport. Ebenso in Venzuela, die einen Rechtsprofessor mit seinem Team hier haben, der dort das Debattieren vor anderthalb Jahren eingeführt hat und mittlerweile ebenfalls in Grundschulen geht.


Abends steigt Moritz in den schwarzen Anzug und unsereins stöpselt die Manschettenknöpfe ein, bindet die Fliege um und geht Dress-Code gerecht zur Opening Ceremony. Moritz nennt es posh: Goldbeschleifte Stühle, viel Weiß, die Damen in Abendgarderobe und die Schotten im Rock. An unserem Tisch junge Kroaten – unter ihnen die ersten Selbstzahler die wir kennenlernen. Selbst Barbados schickt sein Team gesponsert hierher , inklusive Coach.


Ab 22 Uhr verlassen viele die Party, Moritz landet um eins im Zimmer. Die Feier löst sich auf. Den am nächsten Tag um 9 gehen die ersten Runden los. Chefjuror Will Jones drohte schon: Wer nicht pünktlich kommt, wird nie seine wahre Liebe finden, dafür würde er sorgen.


Nun er ist Weltmeister im Debattieren und wirkt dabei sehr überzeugend. Wir schlafen um halb zwei gespannt ein. Auch ohne Coach.

Von: Mathias Hamann

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Kommentare: 6
  • #1

    wrozka (Montag, 28 November 2016 20:20)

    Dubin

  • #2

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  • #6

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